Text von psi: Am 4. Adventswochenende wurde in der Reinacher Kirche «D’Zäller Wienacht», das berühmte musikalische Krippenspiel des Schweizer Komponisten Paul Burkhard (1911-1977), zweimal aufgeführt. Die zweite Aufführung fiel genau auf den 114. Geburtstag des Komponisten. Der zahlreiche Publikumsaufmarsch, die Kirche war zweimal bis auf den letzten Platz besetzt, zeigte, wie beliebt dieses Krippenspiel oder «Kinder-Oratorium» auch 65 Jahre nach seiner Uraufführung in Zell im Tösstal heute noch ist.

«D’Zäller Wiehnacht» wurde von der Reformierten Kirche Reinach-Leimbach als eigentliches Generationenprojekt realisiert. Die jüngste Spielerin war fünfjährig, die älteste Musikerin war 87 Jahre alt. 36 Kinder und Jugendliche und drei Erwachsene standen auf der Bühne und erzählten in verschiedenen Szenen die bekannte Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Die Szenerie besticht durch ihre Einfachheit, die Bühne kommt ohne Kulissen aus. Mit schlichten Kostümen hat Susanne Hunziker die nötigen farbigen Akzente gesetzt. Pfarrerin Maja Petrus war verantwortlich für die Inszenierung, und sie hat mit viel Liebe zum Detail und grosser Energie die Kinder in ihren Rollen geführt. Wohltuend war für die Zuschauer zu hören, wie deutlich und verständlich die Texte gesprochen wurden.

Ebenso wichtig wie die erzählte Geschichte sind im ganzen Werk die eingeschobenen Lieder und Instrumentalmusikstücke. Peter Siegrist durfte als musikalischer Leiter auf einen 12-köpfigen Frauenchor zählen, der mit grossem Engagement die berühmten Lieder, wie «Das isch de Stärn vo Bethlehem», «Kei Muetter weiss, was ihrem Chind wird gscheh» oder «Was isch das für e Nacht» interpretierte. 20 Musikerinnen und Musiker bildeten das ad hoc Orchester, begleiteten den Chor und spielten die Zwischenmusiken. Das von Andreas Habert, Musikschule Glarus, geschriebene Arrangement setzt auf eine grosse Klangvielfalt mit Streichern, Holz- und Blechbläsern, sowie Akkordeon, Klavier und Perkussion.

Das Besondere an der «Zäller Wiehnacht», dies war aus Publikumsreaktionen zu erfahren, seien die Schlichtheit, die Volksnähe und die Erzählperspektive der Kinder und Jugendlichen. Das Werk ist zum schweizerischen Kulturgut geworden. Für viele Zuhörerinnen und Zuhörer war die eigene Kindheit durch diese vertrauten Klänge wieder zum Greifen nah. Oder wie es ein Kind auf der Bühne sagt: «Diese uralte Geschichte gilt auch heute noch». Die eingängige Musik und die bedeutungsvollen Texte sind wohl der Grund dafür, dass die «Zäller Wiehnacht» und ihre Lieder im Gegensatz zu oft flüchtigen, modernen Weihnachtsmusicals,  über Generationen Bestand hat und zur echten Tradition geworden ist.

Das Publikum reagierte am Schluss der Aufführungen mit begeistertem Applaus und bedankte sich bei den mitwirkenden Kindern und Erwachsenen gar mit einer Standing Ovation.

Bilder von Thomas Moor

 

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